Der Plätzchenbauch


Es war einmal ein Plätzchenbauch, der war rund und schön. Wohlgenährt von Plätzchen, Lebkuchen und Schoki-Weihnachtsmännern war er stolz und glücklich mit sich. Er liebte es, locker über den Hosenbund zu hängen. Noch mehr liebte er es, in elastischen Hosen oder Kleidern zu sein, wo er nirgends rüber hing, sondern ausreichend Platz für sich hatte. Wenn der Atem bis nach unten in den Bauch strömte, ihn aufblähte und wölbte – dann fühlte er sich richtig lebendig. So konnte er frei sein, sich rundum wohl fühlen. So fand er Ruhe und Frieden.


Durfte der Plätzchenbauch genug Ruhe und Frieden genießen, ging es ihm so richtig gut, dann hatte er oft die besten Ideen. Seine Intuition wurde wach und er wusste dann ganz genau, was gut und was nicht gut für ihn war. Er konnte dann genau sagen, welche Emotionen da gerade in ihm vorgingen. Er konnte auch genau sagen, worauf er Lust hatte und worauf nicht. Welche Menschen er mochte und welche nicht. Oder worauf er Hunger hatte und welches Essen ihm gut tat und welches nicht.


Doch eines Tages war es vorbei mit dem himmlischen Frieden und der Intuition. Eine böse hautenge Röhren-Jeans Größe 25 brachte Finsternis und Unglück. Fortan musste sich der Plätzchenbauch verstecken. In Angst und Schrecken lebte er mit dieser Hose. Vorbei war es mit den guten Ideen und der Klarheit über Emotionen und Bedürfnisse.

Mit der Zeit wurde er immer trauriger und unglücklicher. Und grimmig und grollig.


Zu seinem Glück kam eine gute Bodywork-Fee des Weges. Sie erkannte das Unglück des Plätzchenbauchs und jagte die böse hautenge Röhrenjeans hinfort. Der Bann war gebrochen und es kehrten Wohlbefinden und Glück zurück ins Leben des Plätzchenbauchs. Der Atem konnte wieder frei fließen und Klarheit und Intuition hatten wieder Platz.


Nie mehr sollte eine hautenge Röhrenjeans seine Freiheit stehlen. So lebte der Plätzchenbauch glücklich bis ans Ende seiner Tage.


(nach einer wahren Begebenheit)