Der Darm, unser zweites Gehirn


Immer mehr Klient*innen erreichen mich mit der Diagnose Reizdarm. Die Diagnose, die meines Erachtens immer dann pauschal ausgesprochen wird, wenn die Schulmedizin keinen Rat mehr weiß bzw. die Ursache ganz allgemein gesprochen auf zu viel negariven Stress hindeutet. Und darauf reagiert unser Nervensystem, je nach Konstitution, mal mehr oder mal weniger heftig. Aber was haben die Nerven mit der Verdauung zu tun?


Unsere Verdauung wird vom parasympathischen Nervensystem gesteuert. Teil dieses Systems ist der Vagusnerv. Er ist der längste Nerv in unserem Körper und verläuft senkrecht vom Gehirn bis hinunter zu unserem Bauch. Er ist wie eine Standleitung zwischen Gehirn und Darm. Seine Informationen fließen in zweierlei Richtungen, also vom Gehirn zu den Organen und umgekehrt, von den Organen zum Gehirn.


Vor diesem Hintergrund ist es überhaupt nicht überraschend, dass Bakterien im Darm bzw. das Darm-Milieu einen Einfluss auf unsere Psyche und unser mentales Wohlbefinden haben. Sogar die Proteine, die für Parkinson verantwortlich sind, sollen über den Vagus ins Gehirn gelangen. You are what you eat!


Umgekehrt unterstützt die Regulierung des Vagus wiederum die Verdauung. Ist der Vagus entspannt, kann der Darm besser arbeiten. In der Ruhe liegt also die ganze Kraft.