Conscious Dreaming

Aktualisiert: 27. Dez. 2021



Das neue Jahr beginnt grau in grau. Grau ist das Wetter und grau ist die Stimmung. Der Wunsch, mich im Bett zu verkriechen ist groß, aber die Sehnsucht nach Erlebnissen, Aufregung und Abenteuer ist größer. Ich kann für gewöhnlich sehr gut mit mir alleine sein. Nie hätte erwartet, Menschen so zu vermissen. Aber es ist so. Also was tun, wenn die echten Abenteuer aktuell nicht gelebt werden dürfen? Genau, ich verziehe mich ins Land der Träume, da hin, wo noch alles möglich ist. Ich treffe dort Freunde, begebe mich an volle Orte, esse in Restaurants. Es gelingt mir leider nicht immer, mich morgens an meine Träume zu erinnern, zurück bleibt dann nur das sichere Gefühl, dass ich geträumt habe, aber der Inhalt verschleiert. Das finde ich schade. Andere Träume sind wiederum so intensiv, dass ich unbedingt entschlüsseln möchte, was sie mir zu sagen haben. Ich mache mich also auf „Forschungsreise“ – weder real noch im Traum, sondern im Cyber Space ☺


Über Facebook entdecke ich zufällig den Traum-Workshop „Conscious Dreaming“ von Annette Assmy und melde mich sofort an. „Bewusstes Träumen“ – genau sowas suche ich. Annette ist ausgebildete Schamanin und Traumexpertin. Sie hat bei Robert Moss gelernt, einem der bekanntesten Traumforscher weltweit. Der dreiteilige Kurs widmet sich je Termin einem Land mit - ich nennen es mal – Hochkulturen für das Träumen. In schamanischen Trancen, die Annette wunderbar anleitet, bereisen wir das antike Ägypten und treffen dort alte Göttinnen an heiligen Stätten.

Zu jedem Termin bringen wir unsere Träume mit. In Zweiergruppen arbeiten wir nach einer Methode von Robert Moss, bei der wir unsere Träume teilen und gemeinsam betrachten. Die Methode nennt sich „Lightning Dreamwork“ und ich finde sie wirklich „lightning“, weil sie auf einfache Weise Licht ins Dunkel der Träume bringt. Wer sich in die Technik vertiefen möchte, dem empfehle ich den Besuch von Robert Moss Website und Blog, wo er seine Technik erläutert. Sie ist nicht kompliziert, braucht aber mindestens eine weitere Person, die zuhört und im besten Fall schlaue, kreative Fragen zum Traum stellt.


Durch das Erzählen der Träume und den Blick von außen gelange ich zu neuen, aufschlussreichen Erkenntnissen, Perspektiven und Denkanstößen zu meinen Träumen. Es macht Spaß, mich mit anderen Trauminteressierten auszutauschen und tut gut, diese privaten Seelenbilder mit Gleichgesinnten in einem geschützten Rahmen zu teilen. So langsam dämmert mir, welche Tragweite das Träumen hat. Wie wertvoll diese nächtlichen oder auch am Tage übermittelten Botschaften sind. Welch großartiges Geschenk, dass es in uns etwas gibt, das zu uns spricht! Hallo Unterbewusstsein! Hallo Seele!

Was jeder Mensch wissen sollte: Träume sind immer wohlwollend, auch Albträume. Einer meiner eindrücklichsten Träume im letzten Jahr hat mir diesbezüglich die Augen geöffnet. Es war kein angenehmer Traum, ich habe mich im Traum unsicher und alleine gefühlt. Es gab da aber eine Gestalt im Traum, die mir während ich träumte eher unsympathisch war, deren Bedeutung und Wohlwollen mir erst nach näherer Betrachtung des Traums klar wurden. Ohne genaues Hinschauen wären mir die Funktion und Intention dieser Figur völlig entgangen. Das wäre sehr schade gewesen, denn nun fühle ich mich durch diese Traumfigur sehr geliebt und beschützt.

Unsere Träume sind wie das Leben immer für uns, immer pro life, auch wenn sich das im Traum anders anfühlen kann. Sie wollen uns auf etwas aufmerksam machen und uns dadurch helfen. Das kann den Umgang mit aktuellen Situationen oder Personen betreffen oder unser persönliches Wachstum fördern. Es können aber auch konkrete Warnhinweise oder Ratschläge sein, die in die Zukunft gerichtet sind. Nicht selten haben Menschen davon berichtet, wie sie aufgrund von Träumen wichtige geschäftliche oder private Entscheidungen getroffen habe.

Wer Lust bekommen hat, sich den eigenen Träumen zu widmen, dem oder der rate ich zu einem Traumtagebuch. Das Verschriftlichen und Dokumentieren der Träume ist die Grundlage für die Traumarbeit. Manche Träume sind eindrücklich, klar und hängen uns lange nach, meistens wenn sie besonders schön oder besonders schlimm waren. Andere Träume verflüchtigen sich schnell. Eben noch erinnert und schon wieder weg. Da hilft nur aufschreiben, am besten von Hand.

Ich kann nur jedem Menschen ans Herz legen, den Träumen mehr Beachtung zu schenken. Träumen ist wie eine Session mit dem besten Coach, den du haben kannst (dir selbst), weil er/sie/* alle Antworten für dich kennt, genau weiß, wo deine Widerstände sind und was gut für dich ist. Und es kostet keinen Cent!